Gedenkstätte Dora
Projektbeschreibung
Thema: DORA
Jahrgang: 9
Fach/ Fachbereich: Geschichte/ GSW
Dauer: 1Tagesfahrt in das KZ DORA, Vor- und Nachbereitung innerhalb des Fachunterrichts
Ziele/ Inhalte:
Im Rahmen des Geschichtsunterrichtes findet am Ende der 9. Klasse eine Fahrt zur KZ-Gedenkstätte „Dora- Mittelbau“ in Nordhausen statt, um unter pädagogischer Anleitung in Gruppen an verschiedenen Projekten zu arbeiten. Durch diesen Unterrichtsgang sollen die Schüler/-innen vor Ort ihre Kenntnisse vertiefen, die sie zur Unterrichtseinheit "Judenverfolgung" gewonnen haben. Ein ganztägiger Aufenthalt schafft eher die Möglichkeit, die normalerweise vorhandene Distanz der Schüler/-innen zu diesem Ort und seiner Geschichte zu verringern und zur eigenen Auseinandersetzung mit Unmenschlichkeit, Entrechtung und Ausgrenzung in der deutschen Geschichte anzuregen.
Dieses Projekt wird im Geschichtsunterricht sorgfältig vorbereitet, damit die Schüler eine Vorstellung davon bekommen, was sie erwartet. Zudem ist es wichtig, dass die Schüler etwas Hintergrundwissen über die Judenverfolgung im 3. Reich mitbringen. Der Gedenkstättenbesuch geht über einen ganzen Tag (von 7.30 Uhr – 18.00 Uhr). Vor Ort erarbeiten sich die Schüler dann selbst anhand von verschiedenen Materialien wie z. B. Filmen, Häftlingsberichten, Zeichnungen, gefundenen Gegenständen in Gruppen und in Gesprächskreisen einen Eindruck vom Leid der Inhaftierten. Die Schüler können dann ihre gewonnenen Eindrücke bei einem Rundgang über das Lagergelände und durch die Stollenanlage überprüfen und festigen. Dieser Tag ist für die Schüler kein Ausflugs- oder Erholungstag, sondern ein Tag an dem sie konzentriert und sehr intensiv arbeiten müssen. Die meisten Schüler kehren aus der Gedenkstätte sehr ergriffen und beeindruckt zurück. Der Grund ist in der Person der pädagogischen Mitarbeiterin Fr. Scheuer zu sehen, die in einer sehr engagierten Art und Weise und in einer den Schülern entsprechenden Form und Sprache die Gedenkstätte und deren Hintergründe näher bringt. Es bleibt den Schülern vor allem auch der Freiraum für Fragen oder eigene Gedankenentwicklungen.
Diese Fahrt ist auch bereits mehrfach mit der deutsch-französischen Austauschgruppe durchgeführt worden. Den deutschen und französischen Schülern wird so die Möglichkeit gegeben, die Schrecken der Naziherrschaft und die Betroffenheit gemeinsam aufzuarbeiten.
Es kommt immer wieder vor, dass einige Klassen während des eintätigen Gedenkstättenaufenthaltes von den Eindrücken so stark getroffen worden sind, dass sie zum Teil noch in „Dora“ spontan die Idee entwickeln, eine szenische Lesung für die Schüler der 8., 9. und 10. Klassen durchzuführen, um ihnen die Schicksale von verschiedenen Häftlingen darzustellen. Die Schüler wollen auf diese Weise etwas gegen die augenblickliche Gefahr von „Rechts“ unternehmen und andere Jugendlichen vor dem rechten Gedankengut warnen. Dieses Geschichtsprojekt wird dann fächerübergreifend in Geschichte, Musik und Kunst ausgestaltet. Um das viele Material der Gedenkstätte unter Anleitung der Gedenkstättenmitarbeiter auf geeignete Quellen zu sichten, fahren dann ausgewählten Schülern/Schülerinnen noch einmal für einen ganzen Tag nach „Dora“. Über den Zeitraum von einem Vierteljahr proben die Schüler in ihrer Freizeit am Nachmittag diese szenische Lesung ein, die dann am Vormittag vor den Schülern und am Abend vor Eltern, Ehemaligen und geladenen Gästen des öffentlichen Lebens aufgeführt wird. Diese Lesung ist bisher von 2 Klassen durchgeführt worden (s. Zeitungsartikel). Als Ehrengast haben die Klassen jeweils Herrn Frohwein eingeladen, den Namensgeber unserer Schule.
Erstmalige Durchführung: 1992 (92 – 95 in Eigenregie), jährlich ab Schj. 1995/96 (in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte)
Außerschulische Experten: Frau Scheuer
Verantwortliche Lehrkraft : Herr Schubert
Zusätzlich beteiligte Lehrkräfte: Fachlehrkräfte Geschichte Klasse 9
